In seiner englischen Heimat schoss das schon im April 2010 veröffentlichte Album auf Platz 1 der Charts und wurde mit Platin prämiert. Mit monatelanger Verspätung kommen nun auch wir in den Genuss einer mit Hits gespickten Platte, auf der Ben Drew in die Rolle der fiktionalen Person Strickland Banks schlüpft, die uns aus seinem Liebesleben erzählt. Wenn er diese bittersüßen Geschichten mit seiner klaren Gesangsstimme, die höchste Qualität wie bei Paolo Nutini, Daniel Merriweather oder Justin Nozuka erreicht, dann verschmelzen Gesang und Musik zu einem jederzeit aufregende Sound. Ben Drew beschränkt sich nicht auf seine Fähigkeiten als Blue-Eyed-Soul-Könner, er arbeitet Beat und rockende Crossover-Klänge („Stay Too Long“) ein, begibt sich Augenhöhe mit Amy Winehouse („She Said“), besticht in famosen Schmachtfetzen („Hard Times“) im Stile eines Marvin Gaye und flechtet immer wieder akustischen Pop wie auf „I Know A Song“ ein. Der exklusiven Version von The Defamation Of Strickland Banks liegt eine Bonus-CD mit Remixen, alternativen Versionen oder Live-Präsentationen bei, die allesamt beweisen, wie wandlungsfähig Ben Drew aka Plan B ist. Ansonsten kommt die beste Soul-Platte des Jahres 2010 wohl von einem hageren Bleichgesicht aus London. --Sven Niechziol
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